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Oper

Adriana Kucerova
Seit mehr als 90 Jahren ist die Oper des Slowakischen Nationaltheaters eine Art Kaderschmiede für werdende Operngrößen wie Edita Gruberová und Sergej Kopčák. Die Premiere-Aufführungen ziehen sogar Busladungen von Wiener Opernfreunden an, welche besonders die preisgünstigen Karten und das Können der lokalen Talente schätzen.
Opern werden an zwei Lokalitäten aufgeführt. Die kleinere von beiden ist das treffend benannte historische Gebäude (historická budova), welches direkt im Zentrum der Altstadt liegt. Hermann Helmer und Ferdinand Fellner schufen das Neo-Renaissance Gebäude, welches 1886 eröffnet wurde. Es fungierte ebenfalls als Verhandlungsort unter Teilnahme von Václav Havel und Alexander Dubček nach der Samtenen Revolution von 1989.

Mit etwas mehr als 600 Sitzplätzen ist der Rahmen hier vertraulich und doch elegant. Einheimische besuchen die Oper meist in Anzug oder Kleid, und während der Pausen wird Champagner angeboten. Deutsch und Englisch sind weit verbreitet, und Programmbroschüren stehen meist auch in diesen beiden Sprachen zur Verfügung. Es ist besser Streitigkeiten mit den teilweise etwas unwirschen Bediensteten zu vermeiden, indem man überprüft, ob man nicht Kleingeld statt großer Scheine zur Hand hat, um Erfrischungen und Programme zu erwerben.
 

 
 
Die größere Lokalität ist das neue Opernhaus (nová budova), welches hinter dem Eurovea Komplex in Flussnähe liegt. Das Gebäude ist so geräumig, dass es selbst drei separaten Bühnen Platz bietet. Es wurde im April 2007 nach mehr als zwanzigjähriger Bauzeit mit viel Pomp eröffnet. Vielleicht weil das Gebäude über keine Geschichte verfügt, ist die Atmosphäre in diesem Haus deutlich weniger formell als im älteren Gebäude, trotz der dortigen Marmorböden, Samtteppiche und ausgestellten Kostümen denkwürdiger Aufführungen in den Gängen.

Viele Slowakische Opernsolisten treten regelmäßig in der La Scala in Mailand oder an der Metropolitan Opera in New York auf. Die Mezzo-Sopranistin Jitka Sapara-Fischerová ist brillant in “Carmen” und “Aïda”; Bariton Dalibor Jenis versetzt einen als Don Giovanni ins Schaudern; und die Koloratur-Sopranistin Ľubica Vargicová glänzt in “La Fille du Régiment.” Zum Opern-Ensemble gehören auch zahlreiche fesselnde Tenöre, wie unter anderem Peter Berger, Jozef Kundlák, Ľudovít Ludha, und Michal Lehotský.

Die Qualität der Aufführungen ist uneinheitlich. Während der Deutsche Intendant Peter Konwitschny mit seiner Interpretation von “Eugen Onegin” im historischen Gebäude sprichwörtlich alle Dämme brechen lässt, so passt die Vorliebe für Glanz des heimischen Intendanten Jozef Bednárik, in memoriam, gut zur Aufführung von “Turandot” im neuen Gebäude. In Pavol Smolíks Interpretation von “Martin a Slnko” jedoch, eine Kinderoper des 20. Jahrhunderts, rollen die  Charaktere unerklärlicher Weise lebensgroße Euromünzen quer über die Bühne. Der Opernchor hört sich zum Teil recht träge an.

Aber der Stolz der Sänger ist greifbar, wenn sie Stücke von heimischen Komponisten zum Besten geben, so wie Suchoňs “Krútňava” (Wasserstrudel) oder Smetanas “Die verkaufte Braut”. Diese Ernsthaftigkeit beim Vortragen ist für den Zuhörer ein wahrer Ohrenschmaus.


metropolitný orchester



















Auf dem Bild: Solist Adriana Kučerová begleidet beim Bratislava Metropolitan Orchestra.


 

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Verantwortlich: Martin Bátora
Enstanden / aktualisiert: 7.4.2010 / 30.7.2012

 

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